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Die
Törringer saßen zwar nie auf Bayerns Thron, waren aber meist nicht
weit davon zu finden. Über 600 Jahre lang beeinflußten sie zahllose
politische Entscheidungen. Sie hatten ihre Heimat im Chiemgau und begannen
in der Mitte des 12. Jahrhunderts ihren Aufstieg als unfreie Dienstleute
mächtigerer Herren, der Grafen von Kraiburg-Ortenburg und später
der Erzbischöfe von Salzburg. 1328 erhob der Erzbischof ihren Sitz
Törring zur ältesten weltlichen Hofmark in Salzburg. Am herzoglichen
Hof zu Landshut gelangten sie zu Ämter und Reichtum und zählten
schon 1369 zu den bedeutendsten niederbayerischen Landsassen. 1302 wurde
Schloß Seefeld als die Feste Schloßberg zum ersten Mal urkundlich erwähnt.
Während der Barockzeit entfaltete sich eine rege Bautätigkeit.
Die Mehrzahl der Gebäude erhielt in dieser Zeit ihr Aussehen. Um 1730
war dann Generalfeldmarschall Graf Ignaz Felix von Törring-Jettenbach
der einflußreichste Mann am Münchner Hof. Unter Kurfürst Max Emanuel und
dessen Sohn Karl Albrecht war er zum höchsten militärischen Rang
aufgestiegen.
1886
wurde Clemens Graf zu Törring-Jettenbach in jene Kommission berufen,
die den entmündigten König Ludwig II. in Neuschwanstein abholen sollte.
Nach Graf Clemens‘ Tod im Jahr 1891 trat sein Sohn Hans Veit III. als
einziger männlicher Sproß des Geschlechts die Nachfolge an. Seine
Romanze mit Sophie, der Herzogin in Bayern, gipfelte 1898 in einer prächtigen
Hochzeit auf Schloß Seefeld. Selbstbewußt lehnte er dabei das Angebot
ab, in den Fürstenstand erhoben zu werden. Seine Söhne gründeten
schließlich die zwei neuen, noch blühenden Linien, die mittlerweile
durch die beiden Enkel Graf Hans Veit zu Toerring-Jettenbach und Graf
Hans Caspar zu Toerring-Jettenbach geführt werden.
In den letzten zehn Jahren unternahm Graf Hans Caspar zu Törring-Jettenbach
als Eigentümer von Schloß Seefeld große finanzielle Anstrengungen, um die
umfangreiche und mit zahlreichen Gebäuden versehene Anlage zu sanieren.
Inzwischen beherbergt Schloß Seefeld viele Firmen, Handwerker und Gewerbetreibende.
Auch haben sich mehrere Künstler auf dem Areal niedergelassen und tragen
zusammen mit dem prämierten Breitwandkino, dem Museum und dem für Veranstaltungen
genutzten Sudhaussaal zur gelungenen Verbindung zwischen Kunst und Kommerz bei.
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