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Martin-Hebel-Weg
Prof. Dr. Ing. Martin Hebel, geboren am 17.10.1895, verstorben
am 24.12.1968, wohnhaft in Hechendorf a. Pilsensee von 1928
bis 1968.
Er hat von 1922 bis 1933 maßgebend an der Entwicklung des Selbstwähl-Fernverkehrs
mitgearbeitet und war von 1945 bis 1964 Professor für Wählervermittlungstechnik
und Telegraphie an der TU München. Seinem Erfindergeist sind nicht
weniger als rund 650 Patente zu verdanken. Prof. Hebel war maßgeblich
beteiligt, als in Weilheim die erste ,,Teilnehmer-Fernwahl-Netzgruppe``
der Welt, zunächst für einen Umkreis von 25 km, geschaffen wurde.
Bereits 1928 war die Reichweite des Wählverkehrs auf 100 km vergrößert,
und zwar mit Ortskennzahl nach seinen Vorschlägen.
Nach 1945 sollte er Postminister werden, aber er wollte nicht nach
Bonn. Bei Kriegsende 1945 wurde er als kommissarischer Bürgermeister
eingesetzt, im Januar 1946 dann bei den 1. Gemeindewahlen zum Ersten
Bürgermeister gewählt. Zwanzig Jahre lang wirkte Prof. Hebel als
Mitglied des Kreistages und arbeitete so am Aufbau des Landkreises
Starnberg mit.
Josef-Peter-Weg
Josef Peter, genannt Toni, geboren am 03.05.1919, verstorben am
28.04.1980, wohnhaft in Drößling von 1942 bis zu seinem Tod.
Gärtnermeister und Heimatdichter, hochbegabter Dialektdichter.
Hat seine Werke (z.B. Die ,,Wallfahrt``, ,,Herbergsuche``,,,Die
Bayerische Weltgeschichte``) nur einem kleinen Publikum bekannt
gemacht. Übersetzer des alten Mirakelbuches der Drößlinger Wallfahrt.
Georg-Queri-Weg
Georg Queri wurde
am 30.04.1879 in Frieding geboren. Seine journalistische Laufbahn
begann bei der ,,Münchner Zeitung`` und den ,,Münchner Neuesten
Nachrichten``. Nebenbei schrieb er für den ,,Simplicissimus``,
für die ,,Lustigen Blätter`` und die ,,Vossische Zeitung``.
Während des Krieges war er Berichterstatter beim ,,Berliner
Tagblatt``, später Redakteur beim ,,Land- und Seeboten`` in
Starnberg. Sein erstes Buch brachte er 1909 heraus. Er war Heimatdichter
und ausgezeichneter Folklorist. Er kannte seine Leute und konnte
die bayerische Volksseele so gut beschreiben, weil er unter
ihnen aufgewachsen ist und mit ihnen gelebt hat. 1910
Zusammentreffen mit Ludwig Thoma anlässlich der Passionsspiele
in Oberammergau. Daraus entstand eine große Freundschaft. Seine
bekanntesten Bücher: ,,Bauernerotik und Bauernfehme`` und ,,Kraftbairisch``.
Zwei Bühnenstücke: ,,Der Liebestrank`` und ,,Matheis bricht’s
Eis``. Er starb am 21.11.1919 in München und wurde in Starnberg
begraben.
Anton-Ettmayr-Straße
Anton Ettmayr, geboren am 13.01.1879 in Oberalting, Gerbereibesitzer,
1. Bürgermeister und Standesbeamter von 1919 bis 1932. Er erlitt
1932 einen schweren Unfall mit seinem Fuhrwerk und verstarb am 19.08.1932
im Krankenhaus Seefeld.
Franz-Krämer-Straße
Franz Krämer, geboren am 07.02.1869 in Eching a. Ammersee, kam
1899 nach Oberalting, verstorben am 27.09.1947 in Seefeld. Oberlehrer
an der Volksschule Oberalting von 1913 – 1932. Gemeindeschreiber
und Standesbeamter von 1919 – 1933. Herr Franz Krämer
hat die große Oberaltinger Chronik geschrieben. Gauvorsitzender
und Mitinitiator des Ammersee-Amper-Sängergaues bis 1947.
Fritz-Müller-Straße
Fritz Müller, geb. 09.12.1891 in Pirmasens, verstorben am 02.10.1965
in Oberalting, von 1932 bis 1957 Hauptlehrer und Schulleiter
der Volksschule in Oberalting, Leiter des Männergesangsvereins
Eintrachtshausen. Chordirigent und Kreis-Chormeister des Ammersee-Amper-Sängerbundes.
Mayrhoferring
Otto Mayrhofer, geb. am 12.07.1873 in Ziemetshausen, gest. am 24.01.1960
in Hechendorf a. Pilsensee. Oberlehrer in Hechendorf von 1903 –
1933.
Gründungsmitglied des Männergesangsvereins ,,Auf freier Höh``.
Horst-Wolfram-Geissler-Weg
Dr.
Horst Wolfram Geissler, Schriftsteller, geb. am 30.06.1893 in
Wachwitz, Sachsen. Er besuchte das humanistische Gymnasium in
Weimar bis 1912 und studierte dann in Kiel und München Germanistik,
Geschichte und Philosophie, promovierte bereits nach 6 Semestern
mit 21 Jahren magna cum laude. Er blieb wegen des Heeresdienstes
im ersten Weltkrieg ohne Stellung und so begann er zu schreiben.
Sein bekanntestes Werk ,,Der liebe Augustin`` ist bereits im Jahr
1921 erschienen. Es spielt in Wasserburg am Bodensee. Aus Dankbarkeit
wurde er dort zum Ehrenbürger ernannt. Sein Werk ,,Alles kommt
zu seiner Zeit`` ist eine heimliche Liebeserklärung an seine
Wahlheimat am Pilsensee. Weitere Werke sind ,,Die Glasharmonika``,
,,Odysseus``, ,,Nymphenburg``, um nur einige zu nennen.
Er kam 1937 nach Hechendorf, kaufte am ,,Paradieswinkel`` ein halbfertiges
Wochenendhaus. Seit dem Frühjahr 1944 lebte er ständig dort, bis
er im Jahr 1950 ein Haus an der Leitenhöhe in Hechendorf erwarb.
Dort wohnte er bis 1966.
Er ist am 19.04.1983 in München verstorben. Beerdigt wurde er in
Wasserburg am Bodensee.
Schreyeggstraße
Namensgeber war Josef Schreyegg, ein Wohltäter der Gemeinde. Geboren
am 10.03.1871 in Oberalting; gestorben am 03.06.1935 in Oberalting.
Er stammte aus der Stampfmühle und hat dann nach Unering in
die Gastwirtschaft eingeheiratet. Bürgermeister in Unering von
1903 bis 1917. Er überließ im Jahr 1929 der Gemeinde Unering
schenkungsweise eine Quelle.
Der Gemeinde Oberalting überließ er kostenlos ein Grundstück zum
Bau einer Gartenanlage rund um das von Prof. Liebermann, München,
geschaffene Kriegerdenkmal.
Er errichtete eine Schulstiftung mit einem Grundkapital von 1.000
Mark für die Versorgung minderbemittelter Kinder mit Lernmitteln
und Schulbüchern.
Oskar-Maria-Graf-Straße
Oskar Maria Graf,
Schriftsteller, geb. am 22.07.1894 in Berg am Starnberger See,
gestorben am 28.06.1967 in New York. Seine Urne wurde genau
1 Jahr nach seinem Tod auf dem Friedhof München-Bogenhausen
beigesetzt.
1906 arbeitete er als Bäckergeselle.
1911 Flucht nach München, er schloss sich anarchistischen Kreisen
an. 1914: Sein erstes Gedicht, Einzug zum Militärdienst. 1916 Teilnahme
an der Revolution, vorübergehende Verhaftung, arbeitete als Kunstkritiker.
Gehörte zur Münchener Gruppe um K. Eisner, emigrierte 1933
nach Wien und 1938 in die USA. 1957/58 erhielt er die amerikanische
Staatsbürgerschaft, 1960 Ehrendoktorwürde in Detroit. Er schrieb
revolutionäre Lyrik, soziale Erzählungen und Romane, autobiographische
Werke. Einige bekannte Werke sind: Gelächter von außen, Das
Leben meiner Mutter, Bayer. Lesebücherl, Der Quasterl.
Roseggerstraße
Peter Rosegger,
Schriftsteller, geb. 31.07.1843 in Alpl (Obersteiermark), Sohn
eines Bauern, bis 1865 Schneidergeselle, gest. 26.06.1918 in
Krieglach. Er verfasste zahlreiche Erzählungen aus dem Volksleben
seiner Heimat, Gedichte und Geschichten in steirischer Mundart
(,,Als ich noch ein Waldbauernbub war``, ,,Waldheimat`` u.v.m.).
Auf seine Anregung hin erfolgte von 1909 bis 1910 eine Sammlung,
deren Erlös in Höhe von 2 Mill. Kronen dem ,,Deutschen Schulverein``
zugute kam.
Leo-Putz-Weg
Leo Putz wurde am
18.06.1869 in Meran geboren. Von 1891 bis 1892 besuchte er die
private Académie Julian in Paris, studierte ab 1893 an der Münchner
Akademie bei Paul Höcker Malerei. Im Jahr 1909 wurde Putz zum
Kgl. Professor ernannt. Er bevorzugte in der Zeit bis zum 1.
Weltkrieg die Darstellung eleganter Damen oder weiblicher Akte
in der Natur, wobei die Malweise deutlich vom Impressionismus
geprägt war. 1923 bezog Putz mit seiner Familie ein Blockhaus
in Gauting. Er malte mit Genehmigung des Grafen zu Toerring
auch im Schloss Seefeld. 1928 übersiedelte Leo Putz mit seiner
Familie nach Sao Paulo, wo er als außerordentlicher Professor
an der Escola Nacional de Bellas Artes in Rio de Janeiro lehrte.
Wieder nach München zurückgekehrt wurde er im III. Reich mit
Ausstellungsverbot belegt. Er kehrte daraufhin im Jahre 1936
nach Meran zurück, wo er am 21. Juli 1940 verstarb.
In seinem Gesamtwerk nahm Leo Putz die wichtigsten Kunstströmungen
des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, Impressionismus, Jugendstil
sowie Expressionismus auf und setzte sie in seiner eigenen Weise
um.
Ganghoferstraße
Ludwig Ganghofer,
Schriftsteller, geb. am 07.07.1855 in Kaufbeuren, gest. am 24.07.1920
in Tegernsee. Er arbeitete zeitweilig als Dramaturg und Feuilletonredakteur
in Wien. Seine bayer. Hochlandromane waren sehr erfolgreich
und wurden vielfach verfilmt. Bekannte Romane: ,,Der Klosterjäger``,
,,Die Martinsklause``, ,,Schloß Hubertus``, ,,Das Schweigen
im Wald``. Ein bekanntes Drama: ,,Der Herrgottschnitzer von
Ammergau``. Seine gesamten Werke umfassen 40 Bände.
Ludwig-Thoma-Straße
Ludwig Thoma, Schriftsteller,
geb. am 21.01.1867 in Oberammergau, gest. am 26.08.1921 in Rottach
Egern. Er wurde 1899 Redakteur des ,,Simplicissimus``; wandte
sich als Satiriker unter dem Decknamen ,,Peter Schlemühl`` mit
scharfen Worten in seinen Gedichten gegen spießbürgerliche Engherzigkeit.
Seine Romane zeigen ihn als meisterlichen Darsteller der Bayern.
Bekannte Werke sind ,,Briefwechsel eines bayerischen Landtagsabgeordneten``
und ,,Jozef Filsers Briefwexel``, oder ,,Lausbubengeschichten``
und ,,Tante Frieda``. Komödien und Theaterstücke wie ,,Die Lokalbahn``
oder ,,Erster Klasse``, sowie das Volksstück ,,Magdalena`` sind
heute noch gut bekannt.
Steebstraße
Katharina Steeb, geboren am 28.04.1861 in München, gest. am 26.10.1964
mit 103 Jahren in Seefeld. Ehefrau des Posthalters von
Seefeld, Gast- und Landwirtin. Katharina Steeb und ihr Mann
haben die Gemeinde Oberalting nicht nur mit Grundabtretungen,
sondern auch mit Geldgaben unterstützt. Mit der Verleihung der
Ehrenbürgerwürde anlässlich ihres 100. Geburtstages wurde eine
Straße nach ihr benannt.
Graf-Toerring-Straße
Die Geschichte der Grafen zu Toerring, von den Anfängen bis heute,
ist untrennbar mit jener unserer Gemeinden rund um Seefeld verwoben.
1566 werden die Törringer (alte Schreibweise) in den Freiherrnstand
und 1630 in den Grafenstand erhoben.
Eustach von Toerring (1551-1615) erringt mit Mühe die neuerliche
Braugerechtigkeit.
Sein Sohn Ferdinand I. errichtet dann auf Seefeld ein Brauhaus
mit Nebengebäuden.
Graf Ferdinand II. (1607-1681) zeigt sich als großer Helfer für
die Oberaltinger und Seefelder in der Not des 30-jährigen Krieges.
Errichtet ein Tierhaus mit Fasanengarten.
Maximilian Cajetan (1670-1752) gestaltete den gesamten Schlosstrakt
um.
Graf Anton Clemens (1725-1812) modernisierte seine Güter und wandelte
Schloss Delling in ein landwirtschaftliches Gut um.
Graf Clemens Anton (1758-1837) baute das Miniatur-Dörfchen Eintrachtshausen
und ein ansehnliches Schlosstheater.
Graf Hans Veit III. (1862-1929) ließ den Südostteil des Schlosses
mit den Arkaden errichten. Nach dem 1. Weltkrieg wurde das
Entwässerungssystem im Aubachtal ausgebaut, um mehr Wirtschaftsland
zu gewinnen.
Hans Heribert Graf zu Toerring-Jettenbach (1903-1977) ist den älteren
einheimischen Mitbürgern noch persönlich bekannt. Er überließ seinen
früheren Bediensteten Grund zu einem günstigen Preis für den Bau
von Eigenheimen.
Seinem Sohn Hans Caspar Graf zu Toerring-Jettenbach auf Seefeld
obliegt nunmehr die schwierige Aufgabe, das unter Schutz stehende
Baudenkmal hoch über Seefeld sinnvoll zu erhalten.
Dr.-Ehrengut-Weg
Dr. Hubert Ehrengut, geb. am 10.06.1911 in München, verstorben
am 15.08.1985 in Starnberg. Er lebte von 1946 – 1954 in Oberalting-Seefeld
und von 1954 bis zu seinem Tod in Hechendorf a. Pilsensee. Sein
Grab ist am Friedhof in Widdersberg. Dr. Ehrengut war Chirurg und
Chefarzt des Seefelder Krankenhauses.
Schröderweg
Die Eheleute Schröder hatten eine Eisengroßhandlung in München.
Sie kamen etwa zur Jahrhundertwende nach Hechendorf und bauten auf
der Anhöhe ihr Haus, welches bei der Bevölkerung nur die ,,Schrödervilla``
genannt wurde. Das ganze Gelände um ihr Anwesen gehörte den Schröders,
und der einzige Weg, der dorthin führte, wurde kurzerhand Schröderweg
genannt. Und so ist es geblieben bis heute.
Ulrich-Haid-Straße
Ulrich Haid war Richter im Schloss der Grafen Toerring. Als 1632
der Schwedenkönig Gustav Adolf mit seinen Horden ins Land einfiel,
konnte Ulrich Haid das Schloss vor Plünderung schützen, indem er
zur Verteidigung eine ,,Salva guardia`` – eine Schar gut bewaffneter
Dragoner – bezahlte. Der Mai des Jahres 1633 war eiskalt, und es
folgte eine fürchterliche Trockenheit und eine gänzliche Missernte.
Vorsorglich ließ der Richter in München Getreide kaufen, um in Seefeld
wenigstens die schlimmste Not zu lindern. Ulrich Haid konnte nicht
verhindern, dass am 04. Oktober 1648 das Schloss durch Schweden
und Franzosen doch noch geplündert worden ist (aus ,,3 Rosen für
Bayern``).
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