Auf dieser Seite finden Sie Wissenwertes zur Geschichte und Kultur der Gemeinde Seefeld wie z.B. unsere Denkmal-Radltour oder berühmte Namensgeber für unsere Straßen. Wissenswertes und historische Informationen, z.B. zu unseren schönen Kirchen und Kapellen, finden Sie auch hier bei unseren Ortsteilen.

Besonders stolz sind wir auf die Eichenallee – sie steht unter (Bau-) Denkmalschutz.  Graf Anton Clemens zu Toerring hatte die Allee mit 765 Eichen im Jahr 1770 nicht nur unter ästhetischen Gesichtspunkten, als Zeichen seines gestaltenden Schaffens und Symbol seiner Herrschaft angepflanzt – immerhin entstand so die erste Allee Bayerns -, sondern vor allem auch zur wirtschaftlichen Nutzung. Die Eichenmast war für die Tiere, das Holz wurde zur baulichen Verwendung eingeschlagen. Dabei wurde genau festgelegt, in welchen Zeiträumen welche Bäume reif für den Einschlag waren und wie forstgerecht nachgepflanzt werden musste, damit die Jungbäume gesund aufwachsen konnten. Dank dieser nachhaltigen Bewirtschaftung und nun intensiver Pflege steht sie auch heute noch – 240 Jahre später …

Seefelder Denkmal-RadltourDetails

Denkmal-Radltour

Das Bayerische Landesamt fuer Denkmalpflege weist in seiner Liste fuer unsere Gemeinde mit ihren verschiedenen Ortsteilen eine ganze Reihe geschuetzter Baudenkmaeler auf. Diese lassen sich auf einer landschaftlich reizvollen Radl-Rundtour erkunden.

Die Gemeinde Seefeld ist aufgrund ihrer Vergangenheit als Sitz der Grafen Toerring und der kirchlichen Bautätigkeit in den verschiedenen Ortsteilen reich an denkmalgeschützten Gebäuden. Sie lassen sich auf einer landschaftlich sehr reizvollen Radl-Tour erkunden.

Ausgangspunkt ist die Äußere Brücke am Eingang zum Schloß Seefeld. Hier lassen wir die Räder vorerst stehen.

Wir gehen über die imposante gemauerte Bogenbrücke, die den Höllgraben überspannt, auf das Torhaus zu, einen hübschen Rokokobau von 1736.

Im Inneren Wirtschaftshof liegen dann auf beiden Seiten großräumige Wirtschaftsgebäude, um das Jahr 1732 errichtet – darunter das ehemalige Brauhaus mit Bräustüberl und Sudhaus. In der Mitte des Hofes beeindruckt ein barocker Brunnen. Vom Wirtschaftshof führt eine zweite Brücke über den mittelalterlichen Inneren Schloßgraben zum eigentlichen Schloß. Über dem Eingang erhebt sich der mächtige Bergfried, dessen untere Teile aus dem 13. Jahrhundert stammen. Der Schlosshof wird von zwei unregelmäßig gestalteten Flügelbauten umfasst, die auf mittelalterlicher Grundlage im 17./18. Jahrhundert errichtet wurden. Die Räume des Schlosses sind bewohnter Privatbesitz und nicht zugänglich. Im Südflügel liegt die spätmittelalterliche Schlosskapelle, ebenfalls im 17./18. Jahrhundert ausgebaut. In Richtung Schlossgarten wird der Südflügel durch einen schönen Arkadenbau begrenzt, von Gabriel von Seidl 1894 errichtet. Wir können den markanten Bogengang sehen, wenn wir beim Rückweg vor dem Torhaus nach rechts abbiegen und einige Schritte bergab in den verträumten Schlossgarten gehen. Die Anlage ist mit einem Obelisken geschmückt, dieser und das ehemalige Gärtnerhaus mit seinem Zeltdach stammen aus dem Ende des 18. Jahrhunderts.

Vor der Äußeren Brücke, wo wir die Räder abgestellt haben, lag früher der Äußere Wirtschaftshof, der heute von der Straße nach Drößling durchtrennt wird. Die mächtigen Bauten des ehemaligen Hofes sind jedoch erhalten: das westliche und östliche Wirtschaftsgebäude, beide mit Walmdächern versehen und im 18. Jahrhundert errichtet.

Nur wenige Meter entfernt, in der Graf-Toerring-Straße gelegen, befinden sich zwei weitere denkmalgeschützte Bauten: das gräfliche Rentamt, ein langgestreckter Walmdachbau mit Putzgliederung von 1645 und daneben ein kleines einfaches Wohnhaus, das sogenannte Stenglhaus, mit Flachsatteldach aus dem 18. Jahrhundert.

Nun aber nehmen wir unsere Räder. Steil bergauf geht’s in Richtung Drößling; rechts neben der Straße öffnen sich Einblicke in den Schlosspark mit seinen riesigen Bäumen. Auf der Höhe angekommen, bietet sich ein anmutiger Blick auf eine waldgesäumte Wiesenlandschaft.

Rasch sind wir in Drößling. Kurz hinter dem Ortseingang steht rechts, gegenüber der Kirche, die ungewöhnlich gestaltete Kriegergedächtniskapelle, um 1920 in neubarockem Stil errichtet. Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt wurde 1688 von Martin Gunetzrhainer auf gotischer Grundlage erbaut. Im Inneren ist der vom Kunstschreiner Georg Leuthner 1749 gestaltete Hochaltar mit der Figur der Muttergottes besonders bemerkenswert; diese Maria war früher Ziel einer beliebten Wallfahrt. Zu Füßen einer weiteren Marienfigur am rechten Seitenaltar sehen wir zwei Leuchterengel des Landsbergers Lorenz Luidl ( 1645-1719 ), dessen Sohn Franz damals als Pfarrer nach Drößling kam. Von Luidl stammen auch die Büsten des Heiligen Johannes des Täufers und des Heiligen Johannes Evangelist am linken Seitenaltar sowie die Kreuzigungsgruppe gegenüber der Kanzel. Die Brüstung der Empore mit den Darstellungen von Christus und den 12 Aposteln wird dem Weilheimer Bildhauer Heinrich Hagn zugeschrieben.

Wir radeln aus Drößling weiter in Richtung Unering und haben gleich wieder eine mäßige Steigung zu bewältigen; rechts oberhalb der Straße ist die Spitze des Höhenbergs mit einem Holzkreuz markiert; ein kurzer Abstecher dorthin am Wiesenrand entlang ist wegen der reizvollen Nah- und Fernsicht sehr lohnend.

In bequemer Fahrt erreichen wir dann rasch Unering mit seiner auf einem kleinen Moränenhügel liegenden Dorfkirche. Sie ist das architektonische Kleinod der Kirchen unserer Denkmalfahrt. Dem Heiligen Martin gewidmet, wurde sie als barocke Zentralanlage 1731 vom berühmten Baumeister Johann Michael Fischer errichtet, dem im übrigen auch der uns schon bekannte Torbau von Schloß Seefeld zugeschrieben wird.

Die drei Altäre des harmonischen Innenraums sind Schöpfungen aus Stuckmarmor des Hofkünstlers Johann Baptist Zimmermann; auch die Altartische sind mit schönem Stuckmarmor bekleidet. Das in einem Stuckrahmen gefasste Deckenbild des Münchner Malers Johann Georg Sang stellt den Heiligen Martin als Bischof dar, der vor Maria und dem Jesuskind kniet und auf Arme und Kranke hinweist. Im ummauerten Friedhof steht eine Grabkapelle der Tiefenbrunner Gutsherrschaft aus dem 19. Jahrhundert.

Nach eben diesem Tiefenbrunn machen wir dann von Unering aus noch einen Abstecher. Dazu folgen wir zunächst der Strasse Richtung Hochstadt, biegen nach knapp 2 Kilometern rechts ab und erreichen kurz darauf das abgeschieden gelegene, im Kern aus dem 17. Jahrhundert stammende Herrenhaus, einen Steilgiebelbau, der 1905 mit Treppengiebeln ergänzt wurde.

Wir kehren auf demselben Weg nach Unering zurück und nehmen die Straße Richtung Seefeld-Oberalting. In Höhe der Einfahrt zur ESPE sollten wir Halt machen und ein paar Schritte nach rechts gehen. Von hier, vom Griesberg, haben wir eine wunderbare Aussicht ins Aubachtal:

links Seefeld – Oberalting und dahinter Hechendorf , in der Mitte Meiling, rechts am „Bildrand“ Delling und, wenn man noch ein paar Schritte nach links geht, weiter dahinter Gut Ettenhofen. Vor allem können wir von hier oben schön den Verlauf der im Talgrund angelegten denkmalgeschützten Eichenallee verfolgen, die Seefeld mit Delling und Ettenhofen verbindet. Graf Gaudenz Clemens und sein Sohn Anton Clemens zu Toerring-Seefeld haben die weithin bekannte Allee im 18. Jahrhundert pflanzen lassen.

Nun sausen unsere Räder den Griesberg hinab nach Seefeld-Oberalting. Zielpunkt ist der neben der Kirche liegende Marienplatz, der über die Kirchenstraße leicht zu erreichen ist. Die eindrucksvolle Pfarrkirche St. Peter und Paul stammt mit ihrem Chor und Turmunterbau aus dem Jahr 1489, das Langhaus und der Chorausbau datieren von 1675. Im Inneren beeindruckt der große Hochaltar mit seiner Darstellung der Schlüsselübergabe an Petrus, ein Gemälde des Weilheimers Mattias Schöffelhuber. Der linke Seitenaltar ist als Marienaltar gestaltet mit einer Nachbildung der Altöttinger Muttergottes, die von Pfarrer Johann Faber ( 1726-43) hierher gebracht wurde. Die Büsten der Heiligen Maria und Joseph hat Johann Luidl, der Sohn des uns schon bekannten Lorenz Luidl, um 1730 geschaffen. Am rechten Seitenaltar sehen wir die Heilige Katharina, ein äußerst gelungenes Werk, das möglicherweise dem berühmten Johann Baptist Straub zugeordnet werden kann. Im Raum unterhalb der Empore befinden sich acht Grabtafeln, von denen die des Georg von Gundelfingen – dem letzten Eigentümer von Schloß Seefeld vor den Toerrings – und des Hans von Toerring zu Seefeld und Jettenbach herausragen.

Vor der Kirche wurde in neuerer Zeit der Marienbrunnen angelegt; die gusseiserne Marienfigur ist 1873 errichtet worden. Neben der Kirche steht der bemerkenswerte Bau des ehemaligen Spitals, von Georg von Gundelfingen für Bedienstete des Schlosses errichtet. Sein erdgeschossiger Teil trägt ein hohes Halbwalmdach und wurde 1820 erneuert, genauso wie der zweigeschossige Trakt mit vollständigem Walmdach.

Unterhalb des Spitals, durch einen Treppenweg erreichbar, steht in der Stampfgasse Nr. 3 ein kleines, ebenfalls denkmalgeschütztes und liebevoll gepflegtes Wohnhaus, ein Traufseitbau mit Satteldach aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wenige Schritte vom Marienplatz entfernt, an der bergauf führenden Drößlinger Straße ( Haus-Nr. 4 ) finden wir noch das ehemalige Drößlinger Pfarrhaus, einen harmonischen barocken Zeltdachbau mit Traufgesims aus dem Jahre 1720.

Unser nächstes Ziel ist Gut Delling, dessen Lage wir von der Aussicht vom Griesberg her schon kennen. Wir fahren zurück zu der Stelle, wo wir, vom Griesberg kommend, Oberalting erreicht haben, wenden uns dort nach links in die Moosdorfstraße und radeln zunächst auf Asphalt, dann auf einem Feldweg immer das Aubachtal sanft aufwärts, an Meiling vorbei, bis wir die talwärts gelegenen Häuser von Delling erreichen. Rasch sind wir dann auch, durch eine schöne Kastanienalle, bei Gut Delling selbst. Der Gutshof ist durch die modernen Zubauten in seinem Charakter verändert und der heutigen Zeit angepasst. Aus alten Zeiten stammt noch das Gutshaus, ein ehemaliges Nebengebäude des vormaligen Schlosses Delling, das in seinem nördlichen Teil gewölbte Erdgeschoßräume aus dem 16/18. Jahrhundert besitzt. Die reizende kleine Kirche St. Georg wurde 1774 erbaut. Der Hochaltar aus der Rokokozeit zeigt eine stilvolle Darstellung des Heiligen Georg vor buntem Hintergrund. Die Kanzel ist mit einem eindrucksvollen Verkündigungsengel geschmückt, den Franz Xaver Schmädl ( 1705-1777 ) gestaltet hat.

Von Delling aus führt uns nun ein Abstecher durch den nördlichen Abschnitt der Eichenallee auf nicht asphaltierter Strasse durch die unberührte Senke des oberen Aubachtales nach Ettenhofen. Das Gutshaus, ehemaliges Vorwerk von Schloß Delling, ein massiger Satteldachbau aus dem 17./18. Jahrhundert, liegt allein in aussichtsreicher Lage und atmet auch heute noch etwas vom Geist vergangener Tage. Hier haben wir den nördlichsten Punkt unserer Rundfahrt erreicht.

Wir kehren nach Delling zurück und müssen uns noch den denkmalgeschützten Bildstock am Antoniusberg ansehen. Dazu überqueren wir die Staatsstraße und fahren den die Staatsstraße begleitenden Radweg 200 Meter nach rechts Richtung Weßling. Wo wir den Waldrand erreichen,lassen wir das Rad stehen, überqueren zu Fuß wieder die Staatsstraße und finden den Bildstock nach wenigen Metern neben einer Kastanie stehend. Er stammt wohl aus dem 16. Jahrhundert.

Anschließend geht die Fahrt flott über den in der Folge die prächtige Eichenallee begleitenden Radweg hinab zum Ortsrand von Meiling. Hier folgen wir der Strasse in den Ort hinein – eine ordentliche Steigung – und kommen zur Meilinger Dorfkirche. Sie ist St. Margareth geweiht, im Kern spätmittelalterlich und wurde im frühen 18. Jahrhundert ausgebaut. Der Choraltar zeigt die Figuren der Heiligen sowie der beiden Bischöfe Benno und Ulrich, wohl ein Werk des Weilheimers Heinrich Hagn. Die reich gestaltete Kanzel ist ein Prachtstück des Lorenz Luidl; für diesen Bildhauer als Motiv typisch die beiden Engel, die den Kanzeldeckel halten. Die 1710 eingebaute Westempore ist mit Bildern der zwölf Apostel geschmückt, von denen 4 im Rahmen des Orgeleinbaus geopfert werden mussten.

In Fortsetzung unserer Tour suchen wir nun den zweiten denkmalgeschützten Bildstock. Dazu biegen wir hinter der Kirche nach rechts und gleich wieder nach links und fahren auf einer schmalen Asphaltstrasse aufwärts am Fußballplatz mit der schönsten Aussicht im Landkreis vorbei bis zum Waldrand. Dort lassen wir wieder die Räder stehen und gehen zu Fuß am Waldrand nach rechts aufwärts, bis wir nach kurzer Strecke den sog. Rauscherstein und eine Aussichtsbank erreichen. Der Stein wurde gesetzt zur Erinnerung an den 1916 gefallenen, wegen seiner Tugend und Tapferkeit gerühmten Georg von Rauscher. Die Aussicht von unserer Ruhebank ist großartig; die Dörfer der näheren Umgebung, das Aubachtal, der Pilsensee und die Herrschinger Bucht des Ammersees sowie dahinter die Alpenkette.

Wir gehen wieder zu unseren Rädern und fahren zurück über Meiling zum Radweg der Eichenallee. Diese geht’s nun entlang bis zur Kreuzung am Ende des Radwegs, dann nach halbrechts durch die Lindenallee und über die S-Bahngleise in die zunächst bergauf, dann wieder eben verlaufende Günteringer Straße. Nach wenigen hundert Metern kommen wir am Backofenhäuschen des ehemaligen Förlmaxhofes vorbei, einem kleinen Satteldachbau aus dem 19. Jahrhundert. Kurz dahinter steht ebenfalls links das hübsche Angerschneidergütl ( Haus-Nr. 8 ), ein kleines Wohnhaus mit Flachsatteldach aus dem 17./18. Jahrhundert.

Wir überqueren anschließend die Inninger Strasse, fahren wieder etwas bergauf in Richtung Ortsmitte Hechendorf und erreichen kurz darauf das Kriegerdenkmal mit imposantem, einen am Boden liegenden Helm schützenden Löwen, auf einem Tuffstein stehend, 1925 in Bronze gegossen.

Rasch sind wir dann bei der Hechendorfer Dorfkirche, dem letzten Ziel unserer Rundfahrt. Die Pfarrkirche St. Michael, eine der seltenen Chorturmanlagen, stammt im Kern aus dem 13./14. Jahrhundert; das Langhaus wurde um 1772 ausgebaut. Das Gemälde des Hauptaltars erzählt vom Kampf Michaels. Es ist eine Kopie des Altarbildes der Michaelskirche in Berg am Laim von Johann Andreas Wolff aus dem Jahre 1694. Der linke Seitenaltar zeigt eine Kopie eines Gemäldes des Spaniers Jose Antolinez ( 1635-1675 ) aus der Alten Pinakothek in München. Das Altarbild des rechten Seitenaltars stellt Pabst Urban I dar mit Schwert und Weintrauben ( Schutzpatron der Weinbauern ); das Gemälde stammt aus der Nazarenerschule Anfang des 19. Jahrhunderts. Beachtenswert auch der Deckel des Taufbeckens mit einer anrührenden Darstellung der Taufe Christi.

Um zum Seefelder Schloß zurückzufahren, können wir die Strecke am Pilsensee entlang nehmen. Wir fahren dazu die Hauptstrasse weiter Richtung Herrsching, biegen dann nach links in den Bachlaich ab und fahren steil zur Seestrasse hinab. Diese entlang kommen wir an einem hübschen Strandbad vorbei mit der Möglichkeit, die inzwischen müden Glieder zu erfrischen für das letzte Stückchen Fahrt mit Querung des Aubachtales bis zum Ausgangspunkt unserer Tour.

 

INFO
  • Fahrtstrecke 30 km
  • Am Wege etliche Gaststätten mit Biergärten
  • Die Kirchen in Oberalting und Hechendorf sind tagsüber geöffnet, die anderen zu Gottesdienstzeiten (eventuell Besichtigungsöffnung nach Rücksprache mit dem Pfarramt: Tel. 08152/7267)
TEXT UND PHOTOS
  • Dr. Ulrich Goebel, Verein Denkmal und Landschaft Seefeld
  • Das Namens- und Bildrecht bezüglich des Schlosses Seefeld, ist urheberrechtlich geschützt und obliegt ausschließlich dem Rentamt Graf zu Toerring Jettenbach
  • Denkmalbeschreibungen größtenteils übernommen aus der Denkmal-Liste des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege sowie der Internetveröffentlichung der Pfarreiengemeinschaft Seefeld.
  • Weiterführende Literatur in der Bücherei Oberalting , Marienplatz 4 82229 Seefeld (Öffnungszeiten So 10.00 – 11.30, Mi 17.30 – 19.30, Do 16.00 – 17.30 )
KONTAKT
  • denkmal-und-landschaft@web.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Berühmte Namensgeber für unsere StraßenDetails

Anton-Ettmayr-Straße

Anton Ettmayr, geboren am 13.01.1879 in Oberalting, Gerbereibesitzer, 1. Bürgermeister und Standesbeamter von 1919 bis 1932. Er erlitt 1932 einen schweren Unfall mit seinem Fuhrwerk und verstarb am 19.08.1932 im Krankenhaus Seefeld.

Dr.-Ehrengut-Weg

Dr. Hubert Ehrengut, geb. am 10.06.1911 in München, verstorben am 15.08.1985 in Starnberg. Er lebte von 1946-1954 in Oberalting-Seefeld und von 1954 bis zu seinem Tod in Hechendorf am Pilsensee. Sein Grab ist am Friedhof in Widdersberg. Dr. Ehrengut war Chirurg und Chefarzt des Seefelder Krankenhauses.

Franz-Krämer-Straße

Franz Krämer, geboren am 07.02.1869 in Eching am Ammersee, kam 1899 nach Oberalting und verstarb am 27.09.1947 in Seefeld.  Er war Oberlehrer an der Volksschule Oberalting von 1913 – 1932 und Gemeindeschreiber und  Standesbeamter von 1919 – 1933. Franz Krämer hat die große Oberaltinger Chronik geschrieben und war Gauvorsitzender und Mitinitiator des Ammersee-Amper-Sängergaues bis 1947.

Fritz-Müller-Straße

Fritz Müller, geb. 09.12.1891 in Pirmasens, verstorben am 02.10.1965 in Oberalting, war von 1932 bis 1957 Hauptlehrer und Schulleiter der Volksschule in Oberalting, Leiter des Männergesangsvereins Eintrachtshausen sowie Chordirigent und Kreis-Chormeister des Ammersee-Amper-Sängerbundes.

Ganghoferstraße

Ludwig Ganghofer, Schriftsteller, geb. am 07.07.1855 in Kaufbeuren, gest. am 24.07.1920 in Tegernsee. Er arbeitete zeitweilig als Dramaturg und Feuilletonredakteur in Wien. Seine bayerischen Hochlandromane waren sehr erfolgreich und wurden vielfach verfilmt. Bekannte Romane: „Der Klosterjäger“, „Die Martinsklause“, „Schloß Hubertus“, „Das Schweigen im Wald“. Ein bekanntes Drama: „Der Herrgottschnitzer von Ammergau“. Seine gesamten Werke umfassen 40 Bände.

Georg-Queri-Weg

Georg Queri wurde am 30.04.1879 in Frieding geboren. Seine journalistische Laufbahn begann bei der „Münchner Zeitung“ und den „Münchner Neuesten Nachrichten“. Nebenbei schrieb er für den „Simplicissimus“, für die „Lustigen Blätter“ und die „Vossische Zeitung“. Während des Krieges war er Berichterstatter beim „Berliner Tagblatt“, später Redakteur beim „Land- und Seeboten“ in Starnberg. Sein erstes Buch brachte er 1909 heraus. Er war Heimatdichter und ausgezeichneter Folklorist. Er kannte seine Leute und konnte die bayerische Volksseele so gut beschreiben, weil er unter ihnen aufgewachsen ist und mit ihnen gelebt hat. 1910 Zusammentreffen mit Ludwig Thoma anlässlich der Passionsspiele in Oberammergau. Daraus entstand eine große Freundschaft. Seine bekanntesten Bücher: „Bauernerotik und Bauernfehme“ und „Kraftbairisch“. Zwei Bühnenstücke: „Der Liebestrank“ und „Matheis bricht’s Eis“. Er starb am 21.11.1919 in München und wurde in Starnberg begraben.

Graf-Toerring-Straße

Die Geschichte der Grafen zu Toerring, von den Anfängen bis heute, ist untrennbar mit jener unserer Gemeinden rund um Seefeld verwoben.

1566 werden die Törringer (alte Schreibweise) in den Freiherrnstand und 1630 in den Grafenstand erhoben.

Eustach von Toerring (1551-1615) erringt mit Mühe die neuerliche Braugerechtigkeit.

Sein Sohn Ferdinand I. errichtet dann auf Seefeld ein Brauhaus mit Nebengebäuden.

Graf Ferdinand II. (1607-1681) zeigt sich als großer Helfer für die Oberaltinger und Seefelder in der Not des 30-jährigen Krieges. Errichtet ein Tierhaus mit Fasanengarten.

Maximilian Cajetan (1670-1752) gestaltete den gesamten Schlosstrakt um.

Graf Anton Clemens (1725-1812) modernisierte seine Güter und wandelte Schloss Delling in ein landwirtschaftliches Gut um.

Graf Clemens Anton (1758-1837) baute das Miniatur-Dörfchen Eintrachtshausen und ein ansehnliches Schlosstheater.

Graf Hans Veit III. (1862-1929) ließ den Südostteil des Schlosses mit den Arkaden errichten.  Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Entwässerungssystem im Aubachtal ausgebaut, um mehr Wirtschaftsland zu gewinnen.

Hans Heribert Graf zu Toerring-Jettenbach (1903-1977) ist den älteren einheimischen Mitbürgern noch persönlich bekannt. Er überließ seinen früheren Bediensteten Grund zu einem günstigen Preis für den Bau von Eigenheimen.

Seinem Sohn Hans Caspar Graf zu Toerring-Jettenbach auf Seefeld obliegt nunmehr die schwierige Aufgabe, das unter Schutz stehende Baudenkmal hoch über Seefeld sinnvoll zu erhalten.

Horst-Wolfram-Geissler-Weg

Dr. Horst Wolfram Geissler, Schriftsteller, geb. am 30.06.1893 in Wachwitz, Sachsen. Er besuchte das humanistische Gymnasium in Weimar bis 1912 und studierte dann in Kiel und München Germanistik, Geschichte und Philosophie, promovierte bereits nach 6 Semestern mit 21 Jahren magna cum laude. Er blieb wegen des Heeresdienstes im ersten Weltkrieg ohne Stellung und so begann er zu schreiben.

Sein bekanntestes Werk ,,Der liebe Augustin„ ist bereits im Jahr 1921 erschienen. Es spielt in Wasserburg am Bodensee. Aus Dankbarkeit wurde er dort zum Ehrenbürger ernannt. Sein Werk ,,Alles kommt zu seiner Zeit„ ist eine heimliche Liebeserklärung an seine Wahlheimat am Pilsensee. Weitere Werke sind ,,Die Glasharmonika„, ,,Odysseus„, ,,Nymphenburg„, um nur einige zu nennen.

Er kam 1937 nach Hechendorf, kaufte am ,,Paradieswinkel„ ein halbfertiges Wochenendhaus. Seit dem Frühjahr 1944 lebte er ständig dort, bis er im Jahr 1950 ein Haus an der Leitenhöhe in Hechendorf erwarb. Dort wohnte er bis 1966.

Er ist am 19.04.1983 in München verstorben. Beerdigt wurde er in Wasserburg am Bodensee.

Josef-Peter-Weg

Josef Peter, genannt Toni, geboren am 03.05.1919, verstorben am 28.04.1980, wohnhaft in Drößling von 1942 bis zu seinem Tod. Gärtnermeister und Heimatdichter, hochbegabter Dialektdichter. Hat seine Werke (z.B. Die ,,Wallfahrt„, ,,Herbergsuche„,,,Die Bayerische Weltgeschichte„) nur einem kleinen Publikum bekannt gemacht.

Übersetzer des alten Mirakelbuches der Drößlinger Wallfahrt.

Leo-Putz-Weg

Leo Putz wurde am 18.06.1869 in Meran geboren. Von 1891 bis 1892 besuchte er die private Académie Julian in Paris, studierte ab 1893 an der Münchner Akademie bei Paul Höcker Malerei. Im Jahr 1909 wurde Putz zum Kgl. Professor ernannt. Er bevorzugte in der Zeit bis zum 1. Weltkrieg die Darstellung eleganter Damen oder weiblicher Akte in der Natur, wobei die Malweise deutlich vom Impressionismus geprägt war. 1923 bezog Putz mit seiner Familie ein Blockhaus in Gauting. Er malte mit Genehmigung des Grafen zu Toerring auch im Schloss Seefeld. 1928 übersiedelte Leo Putz mit seiner Familie nach Sao Paulo, wo er als außerordentlicher Professor an der Escola Nacional de Bellas Artes in Rio de Janeiro lehrte. Wieder nach München zurückgekehrt wurde er im III. Reich mit Ausstellungsverbot belegt. Er kehrte daraufhin im Jahre 1936 nach Meran zurück, wo er am 21. Juli 1940 verstarb.

In seinem Gesamtwerk nahm Leo Putz die wichtigsten Kunstströmungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, Impressionismus, Jugendstil sowie Expressionismus auf und setzte sie in seiner eigenen Weise um.

Ludwig-Thoma-Straße

Ludwig Thoma, Schriftsteller, geb. am 21.01.1867 in Oberammergau, gest. am 26.08.1921 in Rottach Egern. Er wurde 1899 Redakteur des ,,Simplicissimus„; wandte sich als Satiriker unter dem Decknamen ,,Peter Schlemühl„ mit scharfen Worten in seinen Gedichten gegen spießbürgerliche Engherzigkeit. Seine Romane zeigen ihn als meisterlichen Darsteller der Bayern. Bekannte Werke sind ,,Briefwechsel eines bayerischen Landtagsabgeordneten„ und ,,Jozef Filsers Briefwexel„, oder ,,Lausbubengeschichten„ und ,,Tante Frieda„. Komödien und Theaterstücke wie ,,Die Lokalbahn„ oder ,,Erster Klasse„, sowie das Volksstück ,,Magdalena„ sind heute noch gut bekannt.

Martin-Hebel-Weg

Prof. Dr. Ing. Martin Hebel, geboren am 17.10.1895, verstorben am 24.12.1968, wohnhaft in Hechendorf a. Pilsensee von 1928 bis 1968.

Er hat von 1922 bis 1933 maßgebend an der Entwicklung des Selbstwähl-Fernverkehrs mitgearbeitet und war von 1945 bis 1964 Professor für Wählervermittlungstechnik und Telegraphie an der TU München. Seinem Erfindergeist sind nicht weniger als rund 650 Patente zu verdanken. Prof. Hebel war maßgeblich beteiligt, als in Weilheim die erste ,,Teilnehmer-Fernwahl-Netzgruppe„ der Welt, zunächst für einen Umkreis von 25 km, geschaffen wurde.

Bereits 1928 war die Reichweite des Wählverkehrs auf 100 km vergrößert, und zwar mit Ortskennzahl nach seinen Vorschlägen.

Nach 1945 sollte er Postminister werden, aber er wollte nicht nach Bonn.  Bei Kriegsende 1945 wurde er als kommissarischer Bürgermeister eingesetzt, im Januar 1946 dann bei den 1. Gemeindewahlen zum Ersten Bürgermeister gewählt. Zwanzig Jahre lang wirkte Prof. Hebel als Mitglied des Kreistages und arbeitete so am Aufbau des Landkreises Starnberg mit.

Mayrhoferring

Otto Mayrhofer, geb. am 12.07.1873 in Ziemetshausen, gest. am 24.01.1960 in Hechendorf a. Pilsensee. Oberlehrer in Hechendorf von 1903 – 1933.

Gründungsmitglied des Männergesangsvereins ,,Auf freier Höh„.

Oskar-Maria-Graf-Straße

Oskar Maria Graf, Schriftsteller, geb. am 22.07.1894 in Berg am Starnberger See, gestorben am 28.06.1967 in New York. Seine Urne wurde genau 1 Jahr nach seinem Tod auf dem Friedhof München-Bogenhausen beigesetzt.

1906 arbeitete er als Bäckergeselle.

1911 Flucht nach München, er schloss sich anarchistischen Kreisen an. 1914: Sein erstes Gedicht, Einzug zum Militärdienst. 1916 Teilnahme an der Revolution, vorübergehende Verhaftung, arbeitete als Kunstkritiker. Gehörte zur Münchener Gruppe um K. Eisner, emigrierte  1933 nach Wien und 1938 in die USA. 1957/58 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft, 1960 Ehrendoktorwürde in Detroit. Er schrieb revolutionäre Lyrik,  soziale Erzählungen und Romane, autobiographische Werke. Einige  bekannte Werke sind: Gelächter von außen, Das Leben meiner Mutter,  Bayer. Lesebücherl, Der Quasterl.

Roseggerstraße

Peter Rosegger, Schriftsteller, geb. 31.07.1843 in Alpl (Obersteiermark), Sohn eines Bauern, bis 1865 Schneidergeselle, gest. 26.06.1918 in Krieglach. Er verfasste zahlreiche Erzählungen aus dem Volksleben seiner Heimat, Gedichte und Geschichten in steirischer Mundart (,,Als ich noch ein Waldbauernbub war„, ,,Waldheimat„ u.v.m.). Auf seine Anregung hin erfolgte von 1909 bis 1910 eine Sammlung, deren Erlös in Höhe von 2 Mill. Kronen dem ,,Deutschen Schulverein„ zugute kam.

Schreyeggstraße

Namensgeber war Josef Schreyegg, ein Wohltäter der Gemeinde. Geboren am 10.03.1871 in Oberalting; gestorben am 03.06.1935 in Oberalting. Er stammte aus der Stampfmühle und hat dann nach Unering in die Gastwirtschaft eingeheiratet. Bürgermeister in Unering von 1903 bis 1917. Er überließ im Jahr 1929 der Gemeinde Unering schenkungsweise eine Quelle.

Der Gemeinde Oberalting überließ er kostenlos ein Grundstück zum Bau einer Gartenanlage rund um das von Prof. Liebermann, München, geschaffene Kriegerdenkmal.

Er errichtete eine Schulstiftung mit einem Grundkapital von 1.000 Mark für die Versorgung minderbemittelter Kinder mit Lernmitteln und Schulbüchern.

Schröderweg

Die Eheleute Schröder hatten eine Eisengroßhandlung in München. Sie kamen etwa zur Jahrhundertwende nach Hechendorf und bauten auf der Anhöhe ihr Haus, welches bei der Bevölkerung nur die ,,Schrödervilla„ genannt wurde. Das ganze Gelände um ihr Anwesen gehörte den Schröders, und der einzige Weg, der dorthin führte, wurde kurzerhand Schröderweg genannt. Und so ist es geblieben bis heute.

Steebstraße

Katharina Steeb, geboren am 28.04.1861 in München, gest. am 26.10.1964 mit 103 Jahren in Seefeld.  Ehefrau des Posthalters von Seefeld, Gast- und Landwirtin. Katharina Steeb und ihr Mann haben die Gemeinde Oberalting nicht nur mit Grundabtretungen, sondern auch mit Geldgaben unterstützt. Mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde anlässlich ihres 100. Geburtstages wurde eine Straße nach ihr benannt.

Ulrich-Haid-Straße

Ulrich Haid war Richter im Schloss der Grafen Toerring. Als 1632 der Schwedenkönig Gustav Adolf mit seinen Horden ins Land einfiel, konnte Ulrich Haid das Schloss vor Plünderung schützen, indem er zur Verteidigung eine ,,Salva guardia„ – eine Schar gut bewaffneter Dragoner – bezahlte. Der Mai des Jahres 1633 war eiskalt, und es folgte eine fürchterliche Trockenheit und eine gänzliche Missernte. Vorsorglich ließ der Richter in München Getreide kaufen, um in Seefeld wenigstens die schlimmste Not zu lindern. Ulrich Haid konnte nicht verhindern, dass am 04. Oktober 1648 das Schloss durch Schweden und Franzosen doch noch geplündert worden ist (aus ,,3 Rosen für Bayern„).