Anton-Ettmayr-Straße

Anton Ettmayr, geboren am 13.01.1879 in Oberalting, Gerbereibesitzer, 1. Bürgermeister und Standesbeamter von 1919 bis 1932. Er erlitt 1932 einen schweren Unfall mit seinem Fuhrwerk und verstarb am 19.08.1932 im Krankenhaus Seefeld.

Dr.-Ehrengut-Weg

Dr. Hubert Ehrengut, geb. am 10.06.1911 in München, verstorben am 15.08.1985 in Starnberg. Er lebte von 1946-1954 in Oberalting-Seefeld und von 1954 bis zu seinem Tod in Hechendorf am Pilsensee. Sein Grab ist am Friedhof in Widdersberg. Dr. Ehrengut war Chirurg und Chefarzt des Seefelder Krankenhauses.

Franz-Krämer-Straße

Franz Krämer, geboren am 07.02.1869 in Eching am Ammersee, kam 1899 nach Oberalting und verstarb am 27.09.1947 in Seefeld.  Er war Oberlehrer an der Volksschule Oberalting von 1913 – 1932 und Gemeindeschreiber und  Standesbeamter von 1919 – 1933. Franz Krämer hat die große Oberaltinger Chronik geschrieben und war Gauvorsitzender und Mitinitiator des Ammersee-Amper-Sängergaues bis 1947.

Fritz-Müller-Straße

Fritz Müller, geb. 09.12.1891 in Pirmasens, verstorben am 02.10.1965 in Oberalting, war von 1932 bis 1957 Hauptlehrer und Schulleiter der Volksschule in Oberalting, Leiter des Männergesangsvereins Eintrachtshausen sowie Chordirigent und Kreis-Chormeister des Ammersee-Amper-Sängerbundes.

Ganghoferstraße

Ludwig Ganghofer, Schriftsteller, geb. am 07.07.1855 in Kaufbeuren, gest. am 24.07.1920 in Tegernsee. Er arbeitete zeitweilig als Dramaturg und Feuilletonredakteur in Wien. Seine bayerischen Hochlandromane waren sehr erfolgreich und wurden vielfach verfilmt. Bekannte Romane: „Der Klosterjäger“, „Die Martinsklause“, „Schloß Hubertus“, „Das Schweigen im Wald“. Ein bekanntes Drama: „Der Herrgottschnitzer von Ammergau“. Seine gesamten Werke umfassen 40 Bände.

Georg-Queri-Weg

Georg Queri wurde am 30.04.1879 in Frieding geboren. Seine journalistische Laufbahn begann bei der „Münchner Zeitung“ und den „Münchner Neuesten Nachrichten“. Nebenbei schrieb er für den „Simplicissimus“, für die „Lustigen Blätter“ und die „Vossische Zeitung“. Während des Krieges war er Berichterstatter beim „Berliner Tagblatt“, später Redakteur beim „Land- und Seeboten“ in Starnberg. Sein erstes Buch brachte er 1909 heraus. Er war Heimatdichter und ausgezeichneter Folklorist. Er kannte seine Leute und konnte die bayerische Volksseele so gut beschreiben, weil er unter ihnen aufgewachsen ist und mit ihnen gelebt hat. 1910 Zusammentreffen mit Ludwig Thoma anlässlich der Passionsspiele in Oberammergau. Daraus entstand eine große Freundschaft. Seine bekanntesten Bücher: „Bauernerotik und Bauernfehme“ und „Kraftbairisch“. Zwei Bühnenstücke: „Der Liebestrank“ und „Matheis bricht’s Eis“. Er starb am 21.11.1919 in München und wurde in Starnberg begraben.

Graf-Toerring-Straße

Die Geschichte der Grafen zu Toerring, von den Anfängen bis heute, ist untrennbar mit jener unserer Gemeinden rund um Seefeld verwoben.

1566 werden die Törringer (alte Schreibweise) in den Freiherrnstand und 1630 in den Grafenstand erhoben.

Eustach von Toerring (1551-1615) erringt mit Mühe die neuerliche Braugerechtigkeit.

Sein Sohn Ferdinand I. errichtet dann auf Seefeld ein Brauhaus mit Nebengebäuden.

Graf Ferdinand II. (1607-1681) zeigt sich als großer Helfer für die Oberaltinger und Seefelder in der Not des 30-jährigen Krieges. Errichtet ein Tierhaus mit Fasanengarten.

Maximilian Cajetan (1670-1752) gestaltete den gesamten Schlosstrakt um.

Graf Anton Clemens (1725-1812) modernisierte seine Güter und wandelte Schloss Delling in ein landwirtschaftliches Gut um.

Graf Clemens Anton (1758-1837) baute das Miniatur-Dörfchen Eintrachtshausen und ein ansehnliches Schlosstheater.

Graf Hans Veit III. (1862-1929) ließ den Südostteil des Schlosses mit den Arkaden errichten.  Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Entwässerungssystem im Aubachtal ausgebaut, um mehr Wirtschaftsland zu gewinnen.

Hans Heribert Graf zu Toerring-Jettenbach (1903-1977) ist den älteren einheimischen Mitbürgern noch persönlich bekannt. Er überließ seinen früheren Bediensteten Grund zu einem günstigen Preis für den Bau von Eigenheimen.

Seinem Sohn Hans Caspar Graf zu Toerring-Jettenbach auf Seefeld obliegt nunmehr die schwierige Aufgabe, das unter Schutz stehende Baudenkmal hoch über Seefeld sinnvoll zu erhalten.

Horst-Wolfram-Geissler-Weg

Dr. Horst Wolfram Geissler, Schriftsteller, geb. am 30.06.1893 in Wachwitz, Sachsen. Er besuchte das humanistische Gymnasium in Weimar bis 1912 und studierte dann in Kiel und München Germanistik, Geschichte und Philosophie, promovierte bereits nach 6 Semestern mit 21 Jahren magna cum laude. Er blieb wegen des Heeresdienstes im ersten Weltkrieg ohne Stellung und so begann er zu schreiben.

Sein bekanntestes Werk ,,Der liebe Augustin„ ist bereits im Jahr 1921 erschienen. Es spielt in Wasserburg am Bodensee. Aus Dankbarkeit wurde er dort zum Ehrenbürger ernannt. Sein Werk ,,Alles kommt zu seiner Zeit„ ist eine heimliche Liebeserklärung an seine Wahlheimat am Pilsensee. Weitere Werke sind ,,Die Glasharmonika„, ,,Odysseus„, ,,Nymphenburg„, um nur einige zu nennen.

Er kam 1937 nach Hechendorf, kaufte am ,,Paradieswinkel„ ein halbfertiges Wochenendhaus. Seit dem Frühjahr 1944 lebte er ständig dort, bis er im Jahr 1950 ein Haus an der Leitenhöhe in Hechendorf erwarb. Dort wohnte er bis 1966.

Er ist am 19.04.1983 in München verstorben. Beerdigt wurde er in Wasserburg am Bodensee.

Josef-Peter-Weg

Josef Peter, genannt Toni, geboren am 03.05.1919, verstorben am 28.04.1980, wohnhaft in Drößling von 1942 bis zu seinem Tod. Gärtnermeister und Heimatdichter, hochbegabter Dialektdichter. Hat seine Werke (z.B. Die ,,Wallfahrt„, ,,Herbergsuche„,,,Die Bayerische Weltgeschichte„) nur einem kleinen Publikum bekannt gemacht.

Übersetzer des alten Mirakelbuches der Drößlinger Wallfahrt.

Leo-Putz-Weg

Leo Putz wurde am 18.06.1869 in Meran geboren. Von 1891 bis 1892 besuchte er die private Académie Julian in Paris, studierte ab 1893 an der Münchner Akademie bei Paul Höcker Malerei. Im Jahr 1909 wurde Putz zum Kgl. Professor ernannt. Er bevorzugte in der Zeit bis zum 1. Weltkrieg die Darstellung eleganter Damen oder weiblicher Akte in der Natur, wobei die Malweise deutlich vom Impressionismus geprägt war. 1923 bezog Putz mit seiner Familie ein Blockhaus in Gauting. Er malte mit Genehmigung des Grafen zu Toerring auch im Schloss Seefeld. 1928 übersiedelte Leo Putz mit seiner Familie nach Sao Paulo, wo er als außerordentlicher Professor an der Escola Nacional de Bellas Artes in Rio de Janeiro lehrte. Wieder nach München zurückgekehrt wurde er im III. Reich mit Ausstellungsverbot belegt. Er kehrte daraufhin im Jahre 1936 nach Meran zurück, wo er am 21. Juli 1940 verstarb.

In seinem Gesamtwerk nahm Leo Putz die wichtigsten Kunstströmungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, Impressionismus, Jugendstil sowie Expressionismus auf und setzte sie in seiner eigenen Weise um.

Ludwig-Thoma-Straße

Ludwig Thoma, Schriftsteller, geb. am 21.01.1867 in Oberammergau, gest. am 26.08.1921 in Rottach Egern. Er wurde 1899 Redakteur des ,,Simplicissimus„; wandte sich als Satiriker unter dem Decknamen ,,Peter Schlemühl„ mit scharfen Worten in seinen Gedichten gegen spießbürgerliche Engherzigkeit. Seine Romane zeigen ihn als meisterlichen Darsteller der Bayern. Bekannte Werke sind ,,Briefwechsel eines bayerischen Landtagsabgeordneten„ und ,,Jozef Filsers Briefwexel„, oder ,,Lausbubengeschichten„ und ,,Tante Frieda„. Komödien und Theaterstücke wie ,,Die Lokalbahn„ oder ,,Erster Klasse„, sowie das Volksstück ,,Magdalena„ sind heute noch gut bekannt.

Martin-Hebel-Weg

Prof. Dr. Ing. Martin Hebel, geboren am 17.10.1895, verstorben am 24.12.1968, wohnhaft in Hechendorf a. Pilsensee von 1928 bis 1968.

Er hat von 1922 bis 1933 maßgebend an der Entwicklung des Selbstwähl-Fernverkehrs mitgearbeitet und war von 1945 bis 1964 Professor für Wählervermittlungstechnik und Telegraphie an der TU München. Seinem Erfindergeist sind nicht weniger als rund 650 Patente zu verdanken. Prof. Hebel war maßgeblich beteiligt, als in Weilheim die erste ,,Teilnehmer-Fernwahl-Netzgruppe„ der Welt, zunächst für einen Umkreis von 25 km, geschaffen wurde.

Bereits 1928 war die Reichweite des Wählverkehrs auf 100 km vergrößert, und zwar mit Ortskennzahl nach seinen Vorschlägen.

Nach 1945 sollte er Postminister werden, aber er wollte nicht nach Bonn.  Bei Kriegsende 1945 wurde er als kommissarischer Bürgermeister eingesetzt, im Januar 1946 dann bei den 1. Gemeindewahlen zum Ersten Bürgermeister gewählt. Zwanzig Jahre lang wirkte Prof. Hebel als Mitglied des Kreistages und arbeitete so am Aufbau des Landkreises Starnberg mit.

Mayrhoferring

Otto Mayrhofer, geb. am 12.07.1873 in Ziemetshausen, gest. am 24.01.1960 in Hechendorf a. Pilsensee. Oberlehrer in Hechendorf von 1903 – 1933.

Gründungsmitglied des Männergesangsvereins ,,Auf freier Höh„.

Oskar-Maria-Graf-Straße

Oskar Maria Graf, Schriftsteller, geb. am 22.07.1894 in Berg am Starnberger See, gestorben am 28.06.1967 in New York. Seine Urne wurde genau 1 Jahr nach seinem Tod auf dem Friedhof München-Bogenhausen beigesetzt.

1906 arbeitete er als Bäckergeselle.

1911 Flucht nach München, er schloss sich anarchistischen Kreisen an. 1914: Sein erstes Gedicht, Einzug zum Militärdienst. 1916 Teilnahme an der Revolution, vorübergehende Verhaftung, arbeitete als Kunstkritiker. Gehörte zur Münchener Gruppe um K. Eisner, emigrierte  1933 nach Wien und 1938 in die USA. 1957/58 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft, 1960 Ehrendoktorwürde in Detroit. Er schrieb revolutionäre Lyrik,  soziale Erzählungen und Romane, autobiographische Werke. Einige  bekannte Werke sind: Gelächter von außen, Das Leben meiner Mutter,  Bayer. Lesebücherl, Der Quasterl.

Roseggerstraße

Peter Rosegger, Schriftsteller, geb. 31.07.1843 in Alpl (Obersteiermark), Sohn eines Bauern, bis 1865 Schneidergeselle, gest. 26.06.1918 in Krieglach. Er verfasste zahlreiche Erzählungen aus dem Volksleben seiner Heimat, Gedichte und Geschichten in steirischer Mundart (,,Als ich noch ein Waldbauernbub war„, ,,Waldheimat„ u.v.m.). Auf seine Anregung hin erfolgte von 1909 bis 1910 eine Sammlung, deren Erlös in Höhe von 2 Mill. Kronen dem ,,Deutschen Schulverein„ zugute kam.

Schreyeggstraße

Namensgeber war Josef Schreyegg, ein Wohltäter der Gemeinde. Geboren am 10.03.1871 in Oberalting; gestorben am 03.06.1935 in Oberalting. Er stammte aus der Stampfmühle und hat dann nach Unering in die Gastwirtschaft eingeheiratet. Bürgermeister in Unering von 1903 bis 1917. Er überließ im Jahr 1929 der Gemeinde Unering schenkungsweise eine Quelle.

Der Gemeinde Oberalting überließ er kostenlos ein Grundstück zum Bau einer Gartenanlage rund um das von Prof. Liebermann, München, geschaffene Kriegerdenkmal.

Er errichtete eine Schulstiftung mit einem Grundkapital von 1.000 Mark für die Versorgung minderbemittelter Kinder mit Lernmitteln und Schulbüchern.

Schröderweg

Die Eheleute Schröder hatten eine Eisengroßhandlung in München. Sie kamen etwa zur Jahrhundertwende nach Hechendorf und bauten auf der Anhöhe ihr Haus, welches bei der Bevölkerung nur die ,,Schrödervilla„ genannt wurde. Das ganze Gelände um ihr Anwesen gehörte den Schröders, und der einzige Weg, der dorthin führte, wurde kurzerhand Schröderweg genannt. Und so ist es geblieben bis heute.

Steebstraße

Katharina Steeb, geboren am 28.04.1861 in München, gest. am 26.10.1964 mit 103 Jahren in Seefeld.  Ehefrau des Posthalters von Seefeld, Gast- und Landwirtin. Katharina Steeb und ihr Mann haben die Gemeinde Oberalting nicht nur mit Grundabtretungen, sondern auch mit Geldgaben unterstützt. Mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde anlässlich ihres 100. Geburtstages wurde eine Straße nach ihr benannt.

Ulrich-Haid-Straße

Ulrich Haid war Richter im Schloss der Grafen Toerring. Als 1632 der Schwedenkönig Gustav Adolf mit seinen Horden ins Land einfiel, konnte Ulrich Haid das Schloss vor Plünderung schützen, indem er zur Verteidigung eine ,,Salva guardia„ – eine Schar gut bewaffneter Dragoner – bezahlte. Der Mai des Jahres 1633 war eiskalt, und es folgte eine fürchterliche Trockenheit und eine gänzliche Missernte. Vorsorglich ließ der Richter in München Getreide kaufen, um in Seefeld wenigstens die schlimmste Not zu lindern. Ulrich Haid konnte nicht verhindern, dass am 04. Oktober 1648 das Schloss durch Schweden und Franzosen doch noch geplündert worden ist (aus ,,3 Rosen für Bayern„).